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50 Unionspolitiker wollen unbegleitete und kranke Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern holen

Deutschland und weitere EU-Staaten haben zugesagt, minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen. Doch das Vorhaben verzögert sich. Gut 50 Unionspolitiker drängen die EU nun auf schnelles Handeln.

Bereits vor gut einem Monat haben sich mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, dazu bereit erklärt, unbegleitete und kranke Kinder aus den griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Die Verteilung der minderjährigen Geflüchteten kommt jedoch nicht voran. Nun appelliert eine Gruppe von gut 50 Unionsabgeordneten an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Kinder schnell in anderen Ländern unterzubringen.

“In Anbetracht der weltweit rasanten Ausbreitung des Coronavirus ist eine umgehende Aufnahme” geflüchteter Kinder “dringend geboten”, heißt es in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. “Die dramatische Lage in den Flüchtlingslagern in Griechenland kann uns alle in Europa nicht unberührt lassen. (…) Viele Kinder leiden unter Traumata aufgrund ihrer Kriegserfahrungen und den Zuständen in den Hotspots. Diese Situation ist inakzeptabel für uns Europäer”, heißt es in dem Schreiben weiter.

Mit ausdrücklicher Unterstützung von Unionsabgeordneten habe der Koalitionsausschuss jüngst vereinbart, einen humanitären Beitrag zu leisten, um insbesondere die Situation der Kinder in den Hotspots zu verbessern. Im Rahmen einer “Koalition der Willigen” auf EU-Ebene stehe Deutschland bereit, “hierbei einen angemessenen Anteil zu übernehmen”. Den Schutzsuchenden in den Flüchtlingslagern “droht eine Katastrophe, sobald die Erkrankung Covid-19 dort ausbricht”.

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