Cyber Sicherheit

Neue Initiative für abhörsicheres Netz gestartet

Das Forschungsministerium will die Entwicklung der Quantentechnik für eine künftige sichere Datenkommunikation in Deutschland und Europa voranbringen. Dazu stellt es einen dreistelligen Millionenbetrag bereit.

In einem ersten Schritt soll die Technologie erforscht und auf einer Pilotstrecke zwischen zwei Behörden erprobt werden. Für das Projekt “QuNET” sollen in einem ersten Schritt 165 Millionen Euro über sieben Jahre bereit gestellt werden, kündigte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) in Berlin an.

Die Fraunhofer Gesellschaft will dabei zusammen mit der Max-Planck-Gesellschaft und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Basis für ein erstes Netz zur Quantenkommunikation entwickeln.

Vertrauenswürdige Kommunikation sei die Grundlage für eine freie Gesellschaft, sagte Karliczek. Die Quantentechnologie biete eine einzigartige Chance, sensible Informationen abhörsicher zu übertragen, besser als alle bisherigen Verfahren. Jeder Abhörversuch könne unmittelbar bemerkt werden. Die Initiative soll dafür nun die physikalischen Grundlagen entwickeln, auf der ein abhörsicheres Netz für die Bundesregierung entstehen solle. Die internationale Konkurrenz sei groß, sagte Karliczek. “Wir müssen die Forschung dazu deshalb schnell voranbringen.”

Quantentechnik soll Netze sicher machen

China etwa habe bereits 2017 einen Versuch zur quantenbasierten Satellitenkommunikation erfolgreich durchgeführt, sagte Karliczek. Deutschland und Europa müssten deshalb eigene Kompetenzen ausbauen, um nicht von anderen Ländern abhängig zu werden. “QuNET” solle ein erster Schritt hin zu einer gesamteuropäischen Architektur werden.

Bereits vor 30 Jahren habe es die erste Idee gegeben, Quantentechnologie zur Nutzung sicherer Kommunikation zu nutzen, erläuterte Gerd Leuchs vom Max-Planck-Institut für Lichtphysik. Die Theorie basiert auf eigenen physikalischen Prinzipien, die den Forschern bislang immer wieder Rätsel aufgegeben hat. So gebe ein Objekt bei einer Messung niemals seine ganzen Informationen preis, die Messungen könnten auch nicht wie in der herkömmlichen Physik wiederholt werden, erläuterte Leuchs. Bisher ist es nach Angaben des Fraunhofer Instituts nur möglich, von einem zu einem anderen Punkt zu kommunizieren und dies auch nur auf Distanzen bis zu 100 Kilometern. In Bayern, Sachsen und Thüringen soll deshalb die Infrastruktur für eine Teststrecke entstehen.

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